Kieferorthopädie Podcast
Gesunde Kinderzähne: Was Eltern über die Zahngesundheit beim Kind wissen sollten
„Milchzähne fallen ja eh aus – warum also viel Aufwand?“
Dieser Haltung begegnen Dres. Christine und Moritz Hillmann, Kieferorthopäden aus München, immer wieder. In ihrer Familienpraxis erleben sie häufig, dass die Bedeutung der Kinderzähne unterschätzt wird.
In ihrem Podcast “Auf einen Kaffee mit uns” räumen die beiden im Gespräch mit Johanna von WOXOW mit gängigen Mythen auf. Außerdem zeigen sie, warum eine gute Zahngesundheit und gesunde Kinderzähne schon im Baby- und Kleinkindalter beginnen.
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Mehr InformationenDie Bedeutung der Kinderzähne: Mehr als nur Platzhalter
„Wenn bei den Milchzähnen ein Zahn erkrankt, kann das auch die bleibenden Zähne direkt betreffen“, erklärt Moritz Hillmann, Kieferorthopäde für Kinder und Erwachsene. Viele wissen nicht, dass das Milchgebiss eine wichtige Funktion für das Gebiss, den Kiefer und den späteren Durchbruch der Zähne übernimmt. Geht ein Milchzahn frühzeitig verloren, fehlt häufig der Platz für den nachfolgenden Zahn, was Fehlstellungen begünstigen kann. Auch deshalb ist konsequente Zahnpflege ab dem ersten Zahn entscheidend, um Karies vorzubeugen und langfristig gesunde Zähne zu fördern.
Die Anzahl der Kinderzähne: Wie viele sind es und wann kommen die ersten Milchzähne?
Die ersten Zähnchen zeigen sich meist um den sechsten Lebensmonat. Ein gewisser zeitlicher Spielraum ist jedoch völlig normal. Insgesamt besitzt ein Kind mit etwa drei Jahren schließlich 20 Milchzähne. Die Anzahl der Kinderzähne ist somit geringer als beim bleibenden Gebiss.
Der Zahnwechsel beginnt meist im sechsten bis zum siebten Lebensjahr mit dem Durchbruch der ersten großen Backenzähne. Bis etwa zum zwölften Lebensjahr machen die Milchzähne Platz für insgesamt 32 neue Zähne: darunter Schneidezähne, Eckzähne, Prämolaren und Backenzähne.
Zahnpflege: Sie zählt ab dem ersten Zahn
Sobald der erste Zahn sichtbar ist, sollte mit regelmäßigem Zähneputzen begonnen werden. Spätestens ab dem zweiten Geburtstag empfiehlt sich zudem eine zahnärztlich begleitete Vorsorge beim Zahnarzt, in der Regel zweimal jährlich. Diese Untersuchungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. „Das Ziel ist, dass Kinder den Besuch beim Zahnarzt als normalen Teil des Alltags erleben“, erklärt Dr. Moritz Hillmann.
Kinder können ihre Zähne motorisch noch nicht vollständig selbst reinigen. Daher sollten Eltern bis mindestens zum achten, besser bis zum zwölften Lebensjahr die Mundhygiene begleiten und bei Bedarf nachputzen. Besonders die Fissuren und Kauflächen benötigen dabei die Aufmerksamkeit.
Fluoridanwendungen durch Zahnpasta
Wenn mit dem ersten Zähnchen auch das regelmäßige Zähneputzen beginnt, sollte idealerweise eine Zahnpasta mit 1000 ppm Fluorid verwendet werden. Dabei kommt zunächst nur eine kleine Menge in Reiskorngröße bis zu zweimal täglich zum Einsatz (jeweils bis zu 0,125 g).
Ab dem vollendeten 12. Lebensmonat wird empfohlen, zweimal täglich die Zähne mit einer fluoridhaltigen Kinderzahnpasta mit 1000 ppm Fluorid zu putzen. Auch hier sollte zu Beginn nur die Menge eines Reiskorns verwendet werden.
Ab dem 24. Lebensmonat kann die Zahnpastamenge auf etwa Erbsengröße erhöht werden (ca. 0,25 g). Eine korrekte Dosierung ist entscheidend, um die Fluoridaufnahme optimal zu gestalten und einer übermäßigen Zufuhr vorzubeugen.
Wie wirkt sich Fluorid auf Kinderzähne aus?
Fluorid ist ein bewährter Wirkstoff zur Stärkung des Zahnschmelzes. Richtig dosiert ist er sicher und effektiv. Die Empfehlung lautet: ein kleiner Klecks Zahnpasta auf die Zahnbürste reicht völlig aus. „Mehr bringt keinen zusätzlichen Schutz, sondern erhöht nur das Risiko des Verschluckens“, erklärt Dr. Christine Hillmann.
Wie wichtig ist Ernährung für gesunde Kinderzähne?
Ernährung spielt eine sehr wichtige Rolle für die Zahngesundheit der Kleinsten. Doch nicht nur Zucker, auch häufiger Konsum von Säften oder säurehaltigen Lebensmitteln kann den Zahnschmelz angreifen: „Nicht die Menge an Zucker ist das Hauptproblem, sondern wie oft ein Kind Zucker bekommt. Ständiges Naschen ist Gift für die Zähne“, sagt Dr. Moritz Hillmann.
Empfehlungen für zahnfreundliche Ernährung:
- Maximal drei Hauptmahlzeiten am Tag + eventuell ein Snack
- Säfte, Fruchtmus oder Gummibärchen nur in Maßen
- Nach saurem Essen mindestens 30 Minuten mit dem Zähneputzen warten
- Kein Dauernuckeln an der Flasche – auch nicht mit Milch
Welche Krankheiten können Zähne von Kindern schädigen?
Neben Karies, die durch Bakterien verursacht und übertragbar sind, gibt es auch genetisch bedingte Zahnentwicklungsstörungen. Eine davon ist die sogenannte MIH (Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation), bei der Zähne direkt beim Durchbruch weiße oder gelbliche Flecken aufweisen und anfälliger für Karies sind. „Eltern müssen keine Panik haben, wenn die bleibenden Zähne leicht verfärbt sind – aber aufmerksam hinschauen und es mit dem Zahnarzt besprechen“, empfiehlt Dr. Christine Hillmann.
Ab wann sollten Kinder zum Kieferorthopäden?
Viele Eltern fragen sich, ab wann ein Besuch beim Kieferorthopäden für Kinder sinnvoll ist. Die Empfehlung der Experten lautet klar: Spätestens ab dem ersten bleibenden Zahn – also etwa ab dem siebten Lebensjahr – sollte man einmal zur Kontrolle gehen.
Ein Überweisungsschein vom Zahnarzt ist dabei nicht notwendig. Sowohl gesetzlich als auch privat Versicherte können einfach direkt einen Termin in der Kieferorthopädiepraxis vereinbaren.
„Je früher wir eingreifen können, desto einfacher lassen sich Fehlentwicklungen korrigieren – oft sogar ganz ohne feste Spange“, meint Dr. Hillmann.
Das sind Warnsignale, bei denen Eltern handeln sollten:
- Die Zähne wachsen schief oder übereinander
- Das Kind beißt sich oft auf die Wange oder die Lippen
- Es lutscht dauerhaft am Daumen oder schiebt die Zunge nach vorn
- Eine auffallende Asymmetrie im Gesicht
Was passiert beim ersten Kieferorthopäden-Termin?
Eltern können beruhigt sein: Bei der ersten Untersuchung beim Kieferorthopäden wird bei Kindern meist nur geschaut und gesprochen. Es erfolgt in der Regel keine direkte Behandlung, es gibt keinen Druck: „Wir nehmen uns Zeit, denn der erste Eindruck zählt! Wenn ein Kind sich wohlfühlt, ist der Weg für alle weiteren Schritte viel leichter“, betont die Zahnärztin für Kieferorthopädie Christine Hillmann.
Kinder mit Zahnarztangst: Was tun?
Wenn ein Kind Angst vor dem Zahnarzt hat – sei es durch ein früheres negatives Erlebnis oder lange Zahnarztpausen – ist Vertrauen der Schlüssel. In der Praxis der Hillmanns wird darauf besonders geachtet: „Wir wechseln nicht ständig die Behandler. So bauen Kinder eine echte Beziehung zu uns auf. Das hilft enorm, Ängste abzubauen.“
Schon ein paar entspannte Kontrollbesuche ohne Behandlung können helfen, die Angst langfristig zu verlieren.
Muss man Kinderzähne röntgen?
In bestimmten Situationen können Röntgenaufnahmen der Milchzähne sinnvoll sein, ergänzt durch digitale Abdrücke oder einen 3D-Scan zur genauen Analyse. Dabei erfolgt die Behandlung stets kindgerecht, zahnärztlich begleitet und auf das Alter abgestimmt.
Fazit: Ein gesunder Mund beginnt früh – und zahlt sich aus
Kinderzähne verdienen genauso viel Aufmerksamkeit wie die bleibenden Zähne, vielleicht sogar mehr. Denn wer frühzeitig auf Zahnhygiene, Ernährung und Vorsorge achtet, erspart sich und seinem Kind viele Probleme, sobald die ersten Zähne durchgebrochen sind.
Die Praxis von Dres. Christine und Moritz Hillmann in Unterhaching bei München ist auf Kinder spezialisiert und begleitet Familien mit Geduld, Wissen und Einfühlungsvermögen.
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FAQ Kinderzähne - Häufige Fragen & Antworten
Wie viele Kinderzähne gibt es?
Kinder haben insgesamt 20 Milchzähne. Sie bestehen aus 4 Schneidezähnen, 2 Eckzähnen und 4 Backenzähnen (Molaren) je Kiefer. Diese Zähne sind wichtig für das Kauen und Sprechen. Sie sind außerdem die Platzhalter im Kiefer und unterstützen die gesunde Entwicklung des Gebisses, bis die bleibenden Backenzähne nachrücken.
Welche Krankheit lässt Kinderzähne zerbröseln?
Eine bekannte Ursache ist die MIH (Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation), auch Kreidezähne genannt. Dabei ist der Zahnschmelz geschwächt, sodass Zähne bröselig wirken oder abbrechen können. Besonders betroffen sind Backen- und Schneidezähne. Betroffene Zähne sind oft schmerzempfindlich und anfälliger für Karies, weshalb eine frühzeitige zahnärztliche Abklärung besonders wichtig ist.
Mit Kindern zum Kieferorthopäde: Ab wann ist der richtige Zeitpunkt?
Um das 7. Lebensjahr ist der ideale Zeitpunkt für den ersten Besuch beim Kieferorthopäden, um eine Einschätzung zur Entwicklung von Zähnen und Kiefer zu erhalten. Da ein Kieferorthopäde deutlich mehr Zahn- & Kieferfehlstellungen sieht als ein nicht-spezialisierter Zahnarzt, kann er oft besser einschätzen, wann der richtige Zeitpunkt für einen Behandlungsbeginn ist.
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