Welche Zahnspangen-Arten gibt es? Ein Überblick mit Experten-Tipps
Zahnspangen sind längst mehr als nur Draht und Brackets
Wer an Zahnspangen denkt, hat oft das klassische Metallgestell im Kopf. Doch die Welt der Zahnspangen-Arten für Kinder und Erwachsene ist deutlich vielfältiger. Im Podcast „Auf einen Kaffee mit uns„ spricht Johanna von WOXOW mit den Kieferorthopäden Dr. Christine Hillmann (Zahnärztin für Kieferorthopädie) und Dr. Moritz Hillmann (Facharzt für Kieferorthopädie) über feste und lose Zahnspangen-Arten. Die beiden geben einen verständlichen Einblick in die moderne Kieferorthopädie, erklären Unterschiede und räumen mit gängigen Mythen auf.
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Mehr InformationenWelche Arten von Zahnspangen gibt es?
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen festen und herausnehmbaren (losen) Zahnspangen.
Die Zahnspangen bestehen aus unterschiedlichen Komponenten und Materialkombinationen aus Metall, Keramik und Kunststoff. Sie unterscheiden sich jedoch vor allem im Aufbau: Festsitzende Systeme können an der Außenseite der Zähne oder innenliegend angebracht werden. Sie arbeiten mit aufgeklebten Brackets, die über einen Drahtbogen miteinander verbunden sind.
Herausnehmbare Modelle bestehen überwiegend aus Kunststoff und werden durch Metallklammern und Einstellschrauben ergänzt. Eine moderne und besonders unauffällige Alternative stellen nahezu unsichtbare Kunststoffschienen, sogenannte Aligner, dar.
Alle Varianten dienen Kieferorthopäden dazu, gezielt Kiefer – und Zahnfehlstellungen zu korrigieren. Welche Art einer Zahnspange sinnvoll ist, hängt stark von der jeweiligen Fehlstellung, dem Alter und der Mitarbeit der Patienten ab.
Feste Zahnspangen
Eine feste Zahnspange, meist mit Brackets und Drähten, bleibt während der Behandlung dauerhaft im Mund und wirkt entsprechend konstant. „Feste Zahnspangen wirken meist schneller und präziser, gerade bei komplexeren Zahnbewegungen“, erklärt Dr. Moritz Hillmann.
Bei dieser Art von Zahnspangen wird unterschieden nach
- Metallbrackets: Klassiker, effizient und robust
- Keramikbrackets: Ästhetisch ansprechender, aber Gefahr der Schmelzschädigung beim Abnehmen
- Linguale Zahnspangen: Werden auf der Innenseite der Zähne angebracht – unsichtbar, aber aufwändig in der Pflege
- Feste Retainer: Werden nach der Behandlung eingesetzt, um das Ergebnis zu stabilisieren
Herausnehmbare Zahnspangen
Lose Spangen kommen vor allem bei Kindern und Jugendlichen im Wachstum zum Einsatz. „Gerade am Anfang der Behandlung oder bei Milchzähnen setzen wir auf herausnehmbare Spangen, denn die Mitarbeit ist entscheidend“, betont Dr. Christine Hillmann.
Diese kieferorthopädischen Spangen lassen sich herausnehmen:
- Aktivatoren bzw. funktionskieferorthopädische Geräte: Lenken das Kieferwachstum in die richtige Richtung
- Plattenapparaturen: Zum Dehnen oder Korrigieren kleiner Fehlstellungen
- Aligner (z. B. Invisalign): Durchsichtige Schienen, besonders beliebt bei Erwachsenen und Jugendlichen mit hoher Motivation
Retainer & Aligner – So bleiben die Zähne nach der Zahnkorrektur gerade
Nach der aktiven Behandlung bzw. der Korrektur der Fehlstellung folgt die sogenannte Retentionsphase. Hier helfen festsitzende Retainer, das Ergebnis langfristig zu sichern.
Aligner, also transparente Zahnschienen, sind besonders beliebt bei Erwachsenen. Sie sind aber auch für Jugendliche geeignet, wenn sie verantwortungsbewusst damit umgehen. Denn: „Aligner sollen 22 Stunden täglich getragen werden. Das klappt nur, wenn die Motivation stimmt“, sagt Dr. Hillmann.
Welche Zahnspange ist für mein Kind geeignet?
Die Frage danach, welche Zahnspange, die richtige ist, beschäftigt viele Eltern. Die Antwort: Es kommt darauf an. Grundsätzlich wird die Behandlung bei Kindern in zwei Phasen unterteilt:
- Frühbehandlung mit herausnehmbaren Zahnspangen (meist ab ca. 7 Jahren)
- Korrekturphase mit festen Zahnspangen (wenn alle bleibenden Zähne da sind)
Hillmanns, Kieferorthopäden aus München, besprechen die jeweils beste Behandlungsmethode gemeinsam mit ihnen Patienten. Wichtig ist vor allem, dass Kinder ihre Zahnspange regelmäßig tragen, denn nur so kann sie wirken. „Manchmal braucht es nur ein paar Millimeter Veränderung und plötzlich passt alles wieder“, ermutigt Dr. Hillmann.
Zahnspangen und ihre Bedeutung für die Mundgesundheit
Neben der optischen Verbesserung steht bei der Kieferorthopädie vor allem die Zahngesundheit im Fokus. Falsch stehende Zähne lassen sich schwerer reinigen, was das Risiko für Karies und Zahnfleischentzündungen erhöht. Deshalb ist eine kieferorthopädische Behandlung oft auch medizinisch sinnvoll und nicht nur ein „Schönheits-Eingriff“. „Wir wollen nicht nur gerade Zähne – sondern auch gesunde“, betont Dr. Christine Hillmann.
Die lose Zahnspange reinigen Hausmittel & leicht umsetzbare Tipps
Es ist außerdem wichtig, nicht nur die verschiedenen Arten von Zahnspangen zu berücksichtigen. Auch die richtige Pflege ist entscheidend.
Zur Pflege der losen Zahnspange empfehlen die Hillmanns:
- die Zahnbürste & Zahnpasta als tägliche Zahnspangen-Reiniger
- Zitronensäure oder Spülmittel eigenen sich als Hausmittel beim Zahnspangen reinigen (statt aggressiver Tabs)
- Aber Achtung: Spülmaschinen eignen sich für Aligner oder empfindliche Schienen nicht!
Für ihre kleinen Patienten erklärt Dr. Christine Hillmann augenzwinkernd: „Zähneputzen ohne Spange, Spange putzen ohne Zähne – so merken sich Kinder die richtige Reihenfolge.“
Feste Spangen und fixierte Retainer reinigen
Festsitzende Zahnspangen und Retainer benötigen eine besonders gründliche Pflege, da sich Beläge leicht an Brackets, Drähten und Klebestellen festsetzen.
Dazu ist es sinnvoll, den Mund nach jeder Mahlzeit zunächst gründlich mit Wasser auszuspülen, um grobe Rückstände zu entfernen. Anschließend erfolgt das Zähneputzen mit Zahnpasta und einer Hand- oder elektrischen Zahnbürste. Dabei sollten Brackets und Metallbänder aus unterschiedlichen Richtungen gereinigt werden.
Zusätzlich empfiehlt sich der Einsatz von Interdentalbürsten, um Bereiche unter den Drahtbögen, zwischen den Brackets und in den Zahnzwischenräumen zu säubern. Alternativ kann spezielle Zahnseide für Zahnspangenträger verwendet werden. Eine Munddusche unterstützt die Reinigung, ersetzt jedoch nicht das mechanische Putzen.
Individuelle Lösungen statt Standard-Zahnspangen
Es gibt nicht die eine perfekte Zahnspange, sondern viele Zahnspangen-Arten, die je nach Situation unterschiedlich gut passen. Entscheidend sind das Behandlungsziel, die Mitarbeit der Patienten und die richtige Pflege.
In der Praxis Hillmann steht die persönliche Beratung im Mittelpunkt: Gemeinsam mit Eltern und Kindern finden wir die optimale Lösung.
Mehr Informationen erhalten Sie auch im YouTube-Podcast, auf unserer Website oder bei Instagram.
Unser Praxisteam ist bei Fragen für Sie da
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Häufige Fragen zu Zahnspangen-Arten und Kosten
Welche Zahnspangen-Arten gibt es?
Es gibt zwei Hauptarten: feste Zahnspangen wie Brackets, die dauerhaft im Mund bleiben, und herausnehmbare Spangen wie Aktivatoren oder Aligner. Zusätzlich gibt es nahezu unsichtbare Varianten, z. B. durchsichtige Schienen oder innenliegende Brackets für ästhetisch anspruchsvolle Behandlungen.
Welche Arten von festen Zahnspangen gibt es?
Zu den festsitzenden Zahnspangen gehören klassische Metallbrackets, unauffällige Keramikbrackets, innenliegende (linguale) Zahnspangen und festsitzende Retainer zur Stabilisierung nach der Behandlung. Die Auswahl richtet sich nach der medizinischen Notwendigkeit und dem Wunsch nach Ästhetik oder Alltagstauglichkeit.
Was kostet eine Zahnspange?
Die Kosten einer kieferorthopädischen Behandlung variieren je nach Behandlungsbedarf, Alter und Versicherung. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen viele Basisleistungen, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Unauffälligere Varianten wie Keramikbrackets oder Aligner müssen meist privat gezahlt werden. Eine individuelle Beratung klärt im Vorfeld, was die erwartbaren Behandlungskosten sind und ob die Krankenkassen die Kosten übernimmt.
Ab wann braucht ein Kind eine Zahnspange?
Ein erster Kieferorthopädie-Check wird ab dem 7. Lebensjahr empfohlen. Insbesondere dann, wenn bereits Zahn- oder Kieferfehlstellungen sichtbar sind oder sie familiär gehäuft vorkommen. Eine frühzeitige Kontrolle kann spätere, aufwändige Behandlungen vermeiden. Mehr dazu finden Sie im gesonderten Artikel zum Thema Kinderzähne.
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